St. Martin soll gehen?

Einen wunderschönen Martinsmorgen ihr Lieben!

Die Geschichte von St. Martin ist gerade in diesen Tagen politisch hochaktuell. Aber gerade wo ich so vor meinem Computer sitze und an meinem Buch arbeite, wird mir wieder einmal bewusst, wie stark die Geschichte von St. Martin auch die Autorenwelt geprägt hat. Seine Legende von Nächstenliebe, Mitgefühl und vom Teilen ist Grundlage für so unendlich viele weitere Geschichten auf dieser Welt, dass sich deren Umfang kaum ermessen lässt. Autoren transportieren diese Werte (bewusst oder unbewusst) in ihren Werken und in ihrem künstlerischen Tun. Meist sind sie versteckt oder die Schriftsteller geben ihnen andere Namen.
Wieso aber wird in Deutschland das Martinsfest immer häufiger in „Lichterfest“, „Laternenfest“ oder „Sonne- Mond und Sterne- Feier“ umbenannt?
Hätte dies ein Fantasyautor für sein Buch vorgeschlagen, hätte ich ihm durchaus zugestimmt. Immerhin ist es sinnvoll, Feste aus der Wirklichkeit für einen Fantasyroman umzubenennen.
Aber wieso tun wir das in unserer Realität? Nur damit sich anders Gläubige nicht ausgegrenzt fühlen? Damit es politisch korrekt ist?
Jemand, der das Martinsfest nur auf seine Laternenumzüge reduziert, hat den wahren Sinn der Martinslegende wohl kaum verstanden. Das Licht der Laternen ist schließlich nur Bildnis für die Hoffnung, die Martin mit seiner Selbstlosigkeit in die Welt getragen hat. Die Laternenumzüge sollen noch heute an seine Geschichte erinnern, sind aber nicht Kern des Festes.
Wo bleibt die Neugier auf die Kultur anderer? Können wir nicht alle voneinander etwas lernen?
Mutikulti bedeutet schließlich nicht Vereinheitlichung und „politische Korrektheit“ sondern Vielfalt und Austausch!

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein schönes Martinsfest,
eure Stephanie!

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