Schnipsel aus dem zweiten Kapitel

Tada, das erste Spannungsfeld zwischen meinen Charakteren knistert. Aber lest selbst:
»Hältst du das für klug? Das könnte eine Falle sein.«
Verärgert verzog Fahrys den Mund. »Das weiß ich, Sedrag. Hör auf mich wie ein Kind zu behandeln, ich bin in den vielen Jahren deiner Abwesenheit ebenfalls erwachsen geworden. Dein Vater hat sich persönlich um  meine Ausbildung gekümmert. Und im Gegensatz zu dir habe ich viel von ihm über Hinterhalte und andere Kriegslisten gelernt.« Er konnte den Unmut nicht unterdrücken, der in ihm aufkam. Seitdem er sich dazu bereit erklärt hatte, mit ihr zukommen und sie gemeinsam aufgebrochen waren, kommandierte sie ihn  herum wie einen kleinen Jungen.
Ganz wie es die höher geborenen Söhne und Töchter mit ihren Untergebenen nun einmal tun, versuchte er sich immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, doch  Sedrags letzte Worte hatten ihn gekränkt. Ohne sich zu ihr umzudrehen, setzte er seinen Weg fort.
»Als wir noch Kinder waren, hast du nicht so mit mir geredet«, erinnerte die Weißmagierin ihn spitz. »Im Gegenteil, du wolltest nie zur rechten Hand  meines Vaters aufsteigen-«
»Aber das bin ich nun mal!«, unterbracht Fahrys sie harsch und brachte seine Stute so plötzlich zum Stehen, dass der Hengst der Hochmagierin ihnen  ausweichen musste. »Es war der Wille deines Vaters und es bot mir die Möglichkeit, die Fehler meiner Familie wieder gutzumachen. Im Gegensatz zu dir wurde ich nämlich nur als einfacher Magier geboren, dessen Eltern versucht haben ihren Hochmagier an die Schwarzmagier zu verraten!« Seine Augen blitzten gefährlich.
Erschrocken suchte Sedrag seinen Blick. »Die Vergangenheit schmerzt dich, selbst heute noch. Verzeih, daran habe ich nicht gedacht.« Sie klang aufrichtig,  doch ihre Worte waren ihm trotzdem nicht genug.
»Dann weißt du es jetzt«, brachte er nur knapp über die Lippen. Er hatte keine Lust, sie nach all den Jahren ihrer Abwesenheit über den Verlauf seines  Lebens in Kenntnis zu setzten.
Das hat sie vorher auch nicht interessiert. Niemand anderes kennt sich in dem untergangenen Zwergenreich so gut aus wie sie. Aber sie kam nur zurück, weil Saphira plötzlich verletzt vor unseren Toren stand und die Hilfe der Weißmagier brauchte, nicht meinetwegen. Obwohl ich sie so oft gebeten habe, endlich nach Hause zu kommen.
Die Wahrheit schmerzte ihn mehr, als er zugeben wollte. Es gab nur eine Tatsache, die ihm einen Hauch von Genugtuung verschaffte.
Abseits der ihr bekannten Grenzen ist sie auf mich und mein Wissen angewiesen. Sie braucht mich. Und das werde ich sie sicherlich nicht vergessen lassen.
Grimmig gab er seinem Pferd die Sporen und ritt in Richtung Wald davon.

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