Spielraum während des Schreibprozesses

Willkommen zum letzten Teil meiner Serie "Geburt einer neuen Hauptfigur" & der damit verbundenen Frage: Wie viel Spielraum lasse ich meinen Figuren zur freien Entwicklung?

 

Das ist immer sehr schwierig. Wie bei einem Kind darf man die Zügel nicht zu locker lassen, sonst machen sie was sie wollen & tanzen ihrem Schöpfer auf der Nase herum. Sobald ich richtig in den Schreibflow komme, habe ich meist eine klare Vorstellung von meinem Protagonisten, die den Verlauf seines Handelns maßgeblich lenkt. Trotzdem sind dabei Überraschungen nicht ausgeschlossen. Und das finde ich auch gut so. Die besten Wendungen in einem Buch kommen für den Autoren meiner Meinung nach genauso überraschend wie für den Leser. Ganz so, als wüssten die Romanfiguren schon, wenn es irgendwo am Plot hakt oder es eine bessere Alternative gäbe. Ich kann nicht für meine Kollegen sprechen, aber bei mir ist das so. Ich war noch nie ein guter Planschreiber, auch wenn ich im Plotten große Vorteile sehe. Da sich Projekte bei mir familien- & jobbedingt über große Entstehungszeiträume ziehen, lasse ich mir & meinen Romanfiguren gerne ein paar Freiheiten. Das bringt frischen Wind in die Sache& lässt den Schreibprozess nie langweilig werden.

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